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News

Ing. Ferdinand Hager im Interview

Unser Präsident Ing. Ferdinand Hager im spusu LIGA Interview über enge Partnerschaften im Handball, Chancen in der Krise und die Wichtigkeit von Perspektiven in Sport und Wirtschaft.

Welchen Herausforderungen mussten Sie sich in den vergangenen Wochen stellen und was erwartet ihr für die kommenden Wochen? 
Ferdinand Hager: „Nachdem durch die Corona Krise am 13. März 2020, 12:00 Uhr unsere Büros geschlossen wurden und wir komplett auf Home Office umstellten, war eine Unmenge an Arbeit für das gesamte Team, aber auch für mich, zu verrichten. Die Koordination aller MitarbeiterInnen, Projekte, Baustellen, Bauherren, Kunden und Lieferanten, das alles hatte jede/r Einzelne im Home Office zu bewerkstelligen, diese Szenarien hatten wir in keinem Plan inkludiert, da dies in diesem Ausmaß niemand für möglich gehalten hat. Wir hatten jedoch bereits sehr viele Vorbereitungen für alle möglichen anderen Notfälle gehabt, wobei uns diese Vorbereitungsarbeit mit unserem Krisenstab – binnen Minuten toller Performance – sehr geholfen hat. Durch unsere zeitgerechte IT Aufrüstung vor längerer Zeit, waren wir gut gewappnet. Daneben gab es die große Unsicherheit, niemand konnte die genaue Zeitspanne erkennen, wie lange der Shutdown anhalten wird und wann wir wieder mit gleich welcher Intensität beginnen können. Wir haben als gesamtes Unternehmen diese Tage und Monate sehr geordnet überlebt, haben jedoch trotzdem für die Zukunft, vor allem vor dem zweiten Shutdown, Sorge, denn ein zweites Mal hält das die Wirtschaft nicht aus. Für die kommenden Wochen erwarte ich noch mehr Arbeit, noch mehr Bemühen, noch mehr Kampf um Qualität, um Erfüllung aller vorhandenen Aufträge und das Normalisieren auf vertraute Zustände, wie wir sie bis dato im gesamten Wirtschaftsleben gewohnt waren. Es stellt sich jedoch heraus, dass wir mit einem starken Team mit voll motivierten MitarbeiterInnen und auf jahrzehntelanger Qualität aufbauend, eine Chance haben werden, diese Krise zu bewältigen. Es wartet in allen Bereichen noch sehr viel Arbeit auf uns, um diese Corona Krise wieder vergessen zu können.“

Seit vielen Jahren sind Sie sehr aktiv im Sponsoring im Handball. Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage im Sport? 
Ferdinand Hager: „Die Beurteilung der momentanen Lage hängt von den Zuständen ab, wie sie in den Vereinen vor der Corona Krise geherrscht haben. Überschuldete Vereine, welche auf Zukunft und Hoffnung gelebt haben, haben in der Krise nahezu keine Chance, bei den Bedingnissen und Wirtschaftsverhältnissen seitens Sponsoren und Förderungen, etc. echt überleben zu können. Jene Vereine, welche ohnedies auf geordneter Basis geführt wurden, haben zwar Einschränkungen, werden jedoch diese Krise genauso überwinden wie geordnete Wirtschaftsbetriebe. Aktuell sollte dringendst der Sportbetrieb auch bei den Kontaktsportarten und natürlich insbesondere im Handball wiederaufgenommen werden und mit 4. September 2020 die neue Meisterschaft gespielt werden. Ob dann Zuschauer vor Ort dabei sind, oder wir über Live Stream die Spiele übertragen und so unseren Sportfreunden die entsprechenden Kommunikationskanäle öffnen, ist vorab sekundär.“

Wie für viele Branchen ist die aktuelle Situation auch für viele Sportarten, Ligen und Vereine existenzgefährdend. Enge und langjährige Partnerschaften wie jene zwischen INSIGNIS-Etiketten und der SG INSIGNIS Handball WESTWIEN bilden gerade in Ausnahmesituationen das notwendige Fundament. Sind Sponsoren, Gönner, etc. wichtiger denn je? Wie sehen Sie die Verantwortung? 
Ferdinand Hager: „In jedem Wirtschaftsbereich und da zähle ich auch den Spitzenhandball und die Spitzenvereine dazu, ist die Gemeinsamkeit zwischen Kunden und Lieferanten und insbesondere das Verhältnis des Wirtschaftsbetriebes mit seinen MitarbeiterInnen – in diesem Fall eben Handball und WESTWIEN mit seinen Spielern – das wichtigste Gut. Wenn diese Kombination über Jahre vor Corona sehr gut funktioniert hat, hat sich in der Krise gezeigt, dass dieses Funktionieren auch hier ausgezeichnet gepasst hat. Damit ist für die Zukunft sicher in den geordneten Bereichen alles Positive zu erwarten. Dort wo die Tätigkeit zwischen Sponsor und Leistungserbringung durch den Verein nur als Liebhaberei zu bezeichnen war und die Firmen wirtschaftliche Probleme haben, wird sich diese Liebhaberei weiterhin nicht in Sponsortätigkeit ausgehen können. Diejenigen die sehr geordnete Verhältnisse gehabt haben, werden diese auch weiterhin haben wenngleich Einschränkungen möglich werden, welche in positiver Form jedoch hohe Anteile der vorherigen Sponsortätigkeiten auch weiterhin für ihren Verein haben werden. Natürlich sind Sponsoren, welche den Leistungsaustausch zwischen Zahlungen und erhaltenen Leistungen bis dato erhalten haben und aufgrund der Vernetzungen mit den Vereinsmitgliedern und deren Aktivitäten sowie deren anderen Sponsoren zufrieden gestellt waren, werden die Wertigkeiten in der Krise noch mehr schätzen, da es sich noch schwieriger darstellen wird, möglichst viele gute Verbindungen weiterhin zu erhalten.“

Ist die Krise eine Chance um sich als Sponsor klarer denn je zu positionieren und eine starke emotionale Bindung zu schaffen?
Ferdinand Hager: „Jede Krise hat ihre Chancen und diese sind als Sponsor insbesondere in einem Sport wie Handball sicher sehr positiv auszuleben. Die Erfolge geben uns über viele Jahre auch absolut recht. Eine Krise schafft, wenn alles gut geht, dass die Gemeinschaft noch intensiver wird, der Zusammenhalt noch besser und größer wird und auch sehr starke emotionale Bindungen zwischen Verein und Mannschaft, Spielern und Vereinsführung entstehen.“

Sie sind auch Arbeitgeber für viele Mitarbeiter und sichern durch Ihre Sponsoringtätigkeiten viele weitere Arbeitsplätze. Damit sorgen Sie auch in ungewissen Zeiten für Vertrauen und Beständigkeit. Welche Botschaft haben sie an bereits bestehende Sponsoren bzw. potentielle neue Sponsoren?
Ferdinand Hager: „Wir haben als Unternehmen und als Unternehmer die Verantwortung für exakt zwei Bereiche, das sind auf der einen Seite unsere MitarbeiterInnen und auf der anderen Seite unsere KundInnen. Das gelingt genauso auch im Sport indem Mitarbeiter – sprich Spieler, Funktionäre, Trainer, etc. – mit ihrem Auftraggeber, das ist der Verein und dahinterstehend die Mitglieder, Sponsoren, Helfer und sämtliche betragsbringende Personen in dieser gemeinsamen Zeit weiteres Vertrauen schaffen und die Bereitschaft aufbringen, weiter in Zeit, Geld und Umsetzung zu investieren. Für Sponsoren im Handball kann ich nur die Aussage tätigen, dass man persönlich mitmachen muss, man muss sich engagieren um die Kontakte der Beziehungswelten und irgendwann – daraus gewonnene Freundschaften – dann sowohl betriebswirtschaftlich, aber auch in der Kommunikation zu pflegen. Wenn man materielle Einsätze tätigt, werden die unter diesen Erkenntnissen wie vor beschrieben, auch wirtschaftliche Erfolge erwarten lassen, da die Handballkommune eine sehr geordnete Wertschätzung auf der einen Seite und auch wirtschaftliche Umsetzung auf der anderen Seite beibringt. Dazu kommt natürlich die emotionale Komponente, denn hier wird in der österreichischen spusu LIGA und im gesamten Handball ausgezeichnete Arbeit auf hohem Niveau geleistet. Dieses emotionale Management vereint mit den rationalen Bedingnissen eines Wirtschaftsbetriebes, gibt es eigentlich nur im Sportbereich.“